Menü

Über das Projekt

In Bandar Abbas als Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, prägen mich Erfahrungen von Migration, kultureller Vielfalt und gesellschaftlichem Wandel bis heute.

Nach meinem Studium der Kamera, einem Bachelor in Islamwissenschaften und der Visuellen Anthropologie führte mich mein Weg vor allem zu Menschen und Orten, an denen Solidarität gelebt wird.

Auf Reisen und in verschiedenen sozialen und politischen Kontexten begegnete ich selbstorganisierten Initiativen, Graswurzelbewegungen und gemeinschaftlichen Projekten. Besonders beeindruckt haben mich Frauen und Gemeinschaften, die aus eigener Kraft Räume der Fürsorge, Selbstermächtigung und des Zusammenhalts schaffen.

Aus dieser Erfahrung heraus gründete ich 2015 in Berlin die Grassroots-Organisation Flamingo zur Unterstützung geflüchteter Frauen und Kinder.

Mich faszinieren Orte, an denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, Wissen teilen und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln – sei es in Gemeinschaftsgärten, Frauendörfern oder Regionen, die nach Krieg und Vertreibung wiederaufgebaut werden.

Mit „Women in Solidarity“ möchte ich diese inspirierenden Projekte sichtbar machen. In persönlichen Reiseberichten erzähle ich von Begegnungen, Mut und gelebter Solidarität – und lade dazu ein, diese oft übersehenen Initiativen kennenzulernen und zu unterstützen.

Viel Freude beim Lesen,
Anuscheh Amir-Khalili

Über die Illustratorin:

May Franzen (1998) ist bildende Künstlerin, Illustratorin und Aktivistin an der Schnittstelle von Kunst, Buchgestaltung und ökologischem Erzählen. Aufgewachsen in St. Gallen in der Schweiz entwickelte sie früh eine enge Beziehung zu Tieren und zur Natur – geprägt von vielen Stunden des Zeichnens und der stillen Beobachtung nichtmenschlichen Lebens. Diese Erfahrungen bilden die Grundlage einer Praxis, die auf Aufmerksamkeit, Fürsorge und politischem Zeuginnenschaft basiert.

Über das Coverbild:

Das Cover zeigt ein Fragment eines kaukasischen Drachenteppichs aus dem 17. Jahrhundert, der während eines Bombenangriffs auf das Pergamonmuseum im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde.

Im Rahmen des Projekts „Cultural x Collabs – Weaving the Future“ entstand 2022 durch ein indisches Frauenkollektiv ein neuer, vollständiger Teppich. Seine 100 Fragmente reisten um die Welt und erzählen von Verbindungen, Geschichten und Erfahrungen, die Menschen über Grenzen hinweg miteinander teilen.

Dieses Bild steht sinnbildlich für „Women in Solidarity“: für Gemeinschaften, die sich gegenseitig stärken, Wissen teilen und neue Räume der Fürsorge und Selbstermächtigung schaffen. Wie die Fragmente eines Teppichs sind auch die hier vorgestellten Projekte miteinander verbunden – sie wachsen, inspirieren und tragen sich gegenseitig.

Die Künstlerin May Franzen übersetzte das Fragment in eine eigene malerische Sprache. Durch die Überlagerung von Linien und transparenten Farbschichten entsteht ein Geflecht aus visuellen „Knoten“, das an die Struktur eines Teppichs erinnert.

Für sie symbolisieren diese Verbindungen die vielen humanitären und feministischen Graswurzelbewegungen weltweit: eigenständige Initiativen, die gemeinsam eine größere Kraft entfalten. So wird das Bild zu einer Visualisierung von Solidarität – vielfältig, lebendig und miteinander verwoben.

https://islamic-art.smb.museum/en/story/culturalxcollabs